Auswärts in LotteHereinspaziert und herzlich willkommen zu einer neuen Runde Glücksrad. Der Start der Saison 2017/18 steht nicht nur vor der Tür, sondern er klopft und räuspert sich merklich. Am Sonnabend geht es nun also los - ganze zwei Tage sind es noch bis zum Auswärtsspiel beim "Verein für Laufspiele" Sportfreunde Lotte.

Dieses Jahr habe ich die sommerliche Testspielserie komplett weglassen müssen, bin also in Bezug auf die ersten Ligabegegnungen und die Pokalsensation gegen Hertha komplett vorurteilsfrei. Wie so oft in den letzten Jahren wurde im Mannschaftsbus einmal komplett durchgefegt. Der Großteil der Neuen sind (hoffentlich) entwicklungsfähige Jungspunde, die in renommierten Nachwuchsabteilungen höherklassiger Vereine ausgebildet wurden. Das birgt natürlich sowohl Möglichkeiten als auch Risiken. Nicht nur in Bezug darauf, wie der bunte Haufen in der Kürze der Zeit zusammenwächst, sondern auch im Hinblick auf die veränderten Rahmenbedingungen. Vor 200 Senioren und Scouts im Möslestadion oder Herthas kleiner Amateurschüssel zu spielen ist dann doch etwas anderes, als auswärts in Magdeburg, Karlsruhe oder Osnabrück mit der nötigen Ruhe seinen Mann zu stehen. Bleibt zu hoffen, daß die Jungs sich schnell in der neuen Liga zurechtfinden.

Den ersten Dämpfer gibt es in dieser Hinsicht scheinbar bereits, bevor die Saison überhaupt angefangen hat. Mit Janis Blaswich wurde kurz vor dem ersten Spiel noch ein Torhüter geliehen, der offenbar sofort den Status als Nummer eins bekommen soll. Nun läßt sich natürlich trefflich über die Gründe spekulieren. Hat man sich mit den bereits verpflichteten Keepern leistungsmäßig einfach verspekuliert und versucht nun zu retten, was hoffentlich keiner Rettung bedarf? Ist es gut, eine solche Fehleinschätzung zu erkennen und kurzfristig noch zu korrigieren, oder überwiegt der negative Aspekt, daß es überhaupt erst so weit gekommen ist? Ich bin ganz ehrlich und sage, daß mich diese Entwicklung im Hinblick auf den gesamten Kader nicht gerade mit überschäumendem Optimismus erfüllt. Die Mannschaft ist wie so oft eine Wundertüte, aber in Anbetracht des bisherigen Werdegangs Vieler wird der eine oder andere leistungsmäßig richtig explodieren müssen. Das schließt ausdrücklich jene mit ein, die bereits länger an Bord der Kogge sind. Ich denke aber auch, daß bis zur Schließung des Transferfensters noch einiges passieren wird. Darüber, wo und wie was genau nun noch nötig ist, werde ich mich allerdings mangels Anwesenheit (und Kompetenz) nicht auslassen. Man kann von Dieter Nuhr halten was man will, aber an dieser Stelle hat er einfach mal recht. Bleibt nur zu hoffen, daß wir uns keinen zweiten Oumar Kondé eingetreten haben (oder noch eintreten werden).

Unser erster Gegner aus Lotte ist in dieser Verfassung eine hochgradig undankbare Aufgabe. Trotz der hervorragenden sportlichen Bilanz der letzten Jahre haftet den Sportfreunden aufgrund ihrer geographischen Randlage ja immer so ein bißchen das Image des Dorfvereins an; ein Punktverlust oder eine Niederlage ist da als gestandener Ex-Bundesligist mit mehr als 50 Fans im Rücken noch einmal besonders unangenehm. Dabei wird eben gern übersehen, welch hervorragende Arbeit im Osnabrücker Speckgürtel seit Jahren geleistet wird. Vor dem verflixten zweiten Jahr kommt der Verein für Laufspiele mit bislang sieben Neuzugängen aus, eine völlig unspektakuläre Bilanz. Dem stehen gar nur vier Abgänge gegenüber. Meine natürliche Reaktion wäre an dieser Stelle, herauszustellen, wie gern ich einmal in dieser Situation wäre, den bestehenden Kader lediglich punktuell ergänzen zu müssen. Mit der Erfahrung der vergangenen Saison verläuft dieser Gedankengang im Sande... wenn ich eins gelernt habe, dann dies: Wie man es macht, ist es verkehrt.

Es bleibt also wie eigentlich immer nichts anderes übrig, als die Daumen zu drücken, mit Tausenden von Verrückten in Lotte einzufallen und den Jungs die Richtung vorzugeben. Zwar ist es quasi unmöglich, eine Prognose über den zu erwartenden Saisonverlauf abzugeben, aber eins müssen wir um jeden Preis verhindern: Auf gar keinen Fall darf in acht Wochen eine Notiz des Saison-Paketdienstes im Briefkasten liegen: "Sie waren leider nicht zuhause..."

Also volles Rohr, alle nach Lotte und unabhängig vom Gegner ein Statement auf und neben dem Platz abgeben!

HANSA!

Diskutiert diesen Artikel im Forum (0 Antworten).