...der kann nur Sauerkraut fabrizieren, sagte einst Sir Peter Ustinov. Der F.C. Hansa entwickelt sich so gesehen langsam zum tabellarischen Marktführer für Sauerkraut in der Dritten Liga.

Lange war die Reise in die hessische Landeshauptstadt geplant und gebucht, so lange, dass ich keinen blassen Schimmer mehr hatte, weshalb auf der Abfahrt 4 Uhr irgendwas stand und Ankunft noch vor der Mittagspause. Zumindest waren damit alle zeitlichen Unwägbarkeiten nahezu ausgeschlossen und einem umfangreichen Bier- und Äppelwoitest stand nichts im Wege.

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Es gibt ja bekanntlich viele Floskeln im Fussball. Angeblich ist der Ball rund, exakt 90 Minuten ist ein Fussballspiel noch nie gegangen, für die einen kommt der Abpfiff zu kurz, die anderen sind froh dass Schluss ist. Es ist alles eine Frage der Zeit. Selbst eine Mannschaft wie der FC Hansa, mit kurzem Umweg auf dem Pfad des Misserfolgs und der damit drohenden Ziellosigkeit der Saison, findet zurück in die Spur. Für viele ist der Saisonstart nach der Rückserie der letzten Spielzeit nach wie vor unerklärlich, so berechtigt war die Euphorie und das gute Gefühl bei dem Blick auf das hauseigene Bollwerk vor dem eigenen Kasten.

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Immer, wenn es in die ostwestfälische Provinz geht und ich Städtenamen wie Bielefeld, Gütersloh, Minden und eben Paderborn höre, dann hoffe ich, dass es schnell weiter geht und man diesen Landstrich hinter sich lassen kann. Die Assoziation ist ähnlich, wie wenn im Radio von der "Griesen Gegend" die Rede ist und ich sehe es vor mir, anhaltender Landregen, trüb und nebelig. Ein Landstrich ohne jede aufregende Seite, nichts was man verpasst, wenn man es nicht gesehen hat und wo Alfred Hitchcock eine perfekte verregnete Kulisse mit wandernden Nebelschwaden für einen Horrorklassiker vorgefunden hätte und die Menschen statt mit linker Hand mit einem Regenschirm geboren werden.

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Der Fokus ist bei allen hier und auf dem Trainingsplatz hoffentlich schon auf Paderborn nachher gestellt. Trotzdem verdient das Spiel vom vergangenen Sonntag noch eine etwas ausführlichere Nachbetrachtung. Zumal ich finde, daß das Ergebnis gar nicht so viel eindeutige Schlüsse zuläßt, wie man es von der Papierform eines 5:0 gegen den westsächsischen Aufsteiger her vermuten mag.

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Gemischte Wochen liegen hinter uns. Natürlich möchte ich dass Hansa gewinnt. Warum auch nicht? Am besten immer unabhängig von der Voraussetzung. Dennoch empfinde ich mein Hansa-Dasein als zunehmend beruhigt und versachlicht. Man erwartet nun mal keine Wunder von dieser Mannschaft, jedoch eine ehrlich-realistische Einschätzung des Geleisteten. Und da muss ich ehrlich sagen kann ich mich mit dem, was in den vergangenen Wochen bei der Kogge passiert, ganz gut identifizieren.

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Mag sich die Freude über die Terminierung dieser Partie in Aalen bei uns in überschaubaren Grenzen gehalten haben – für mich entwickelt sich ein Auswärtsspiel an der Ostalb mehr und mehr zu einem absoluten Pflichtauftritt. Die (vor allem für baden-württembergische Verhältnisse) entspannte Art, mit der Fußballspiele dort auszutragen gepflegt werden, erinnert mich jedes Jahr mehr an die Partien beim SV Wacker Burghausen. Provinz, ja, aber sehr entspannend. Und diesmal spielt sogar das Wetter einigermaßen mit.

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