0:2 in DegerlochWäre ich noch dazu gekommen, eine Vorschau auf das Spiel bei den Stuttgarter Kickers zu schreiben, hätte darin gestanden, daß die Zeit der Ausreden vorbei ist (ungefähr seit letzten August!), daß meine Sympathie für die Blauen am Spieltag für grob anderthalb Stunden ruht, daß die Chance auf einen Erfolg angesichts der Tabellenlage des Gegners etwas weniger schlecht ist als sonst und daß ich tatsächlich neugierig darauf bin, ob Christian Brand bereits einigen der Neuen das Vertrauen schenkt. Mit anderen Worten, es machte sich während der Spielvorbereitung so etwas wie Vorfreude breit.

0:0 gegen OsnaWinterpause. Vorbereitung. Fortuna. Der Vorfreude widerstandslos ausgeliefert sehnt man sich im Dunstkreis einer längst verloren gegblaubten Euphorie dem Auftaktspiel in Köln entgegen und bleibt tief bis ins Mark erschüttert zurück. Der Aufprall auf dem harten Betonboden der Realität ist aus dieser Höhe der Erwartungen umso schmerzvoller, zumal man sich wie algorythmisiert fragen muss: Wofür das alles? Was ist falsch gelaufen? Was machen die Anderen, was wir verpasst haben? Oder war ist die nach wie vor jene unergründlichen Mechanismen des schönsten Ballspiels der Welt, sind es diese unverrückbaren Faktoren, die Wechselwirkung innerer und äußerer Einflüsse die den blau-weißen Herzbuben die Beine lähmen und den Fortunen Flügel zu geben scheinen?

Nach 20 Minuten in der Rückrunde schon die Krawatte auf und so gar keinen Bock mehr auf die Rückrunde. Das, ja das schafft nur der FCH. Danke. Wir sind aber auch einfach nur blauäugig, lassen uns von tollen Vorbereitungen und Versprechungen einlullen. Wenn die Hoffnung am größten ist, kommt schnurstracks die Enttäuschung mit einem hübschen Blumenstrauß um die Ecke.

So schnell kann es gehen. Gerade hatten wir noch den Fünfzigsten gefeiert, die Berichte über Harmonie und Trainingsfortschritt aus Lara verfolgt und nun voller Vorfreude und Spannung die Reise zum ersten Pflichtspiel im neuen Jahr angetreten, und nach nur zwanzig gespielten Minuten im Kölner Südstadion waren auch die geringsten Anzeichen von so etwas wie Euphorie gründlich im Keim erstickt. Dabei hätte ich es wissen müssen. Spätestens, als ich am Tag vor dem Spiel Dennis Erdmanns, Meister des Dirtytalk, vollmundige Ankündigung bei Facebook („Es gibt morgen keine Ausrede!!!“, er hat wirklich drei Ausrufezeichen gesetzt) gelesen hatte, war klar, wie das Spiel bei Fortuna Köln ausgehen würde, ausgehen musste. Obwohl – vor einem Jahr, als „eigentlich“ schon feststehendem Absteiger gelang der Mannschaft mit dem Sieg in Wiesbaden ja doch ein kaum zu erwartender Husarenstreich, der den Grundstein zur am Ende erfolgreichen Aufholjagd legte.

Pünktlich zum Ende der Winterpause ist er nun also da, der Winter. Die Vorhersage prognostiziert für den heutigen Freitag eher nordische Bedingungen mit ein paar Grad und viel Feuchtem von oben. Der Blick aus dem Fenster verhieß auch in Rostock zuletzt eher Ungemütliches. Es dürfte die richtige Entscheidung gewesen sein, das Trainingslager in der Türkei um ein paar Tage zu verlängern, will man sich zumindest die Voraussetzungen auf eine vernünftige Restrunde bewahren und die Gefahr minimieren, sich im Mai Vorwürfe machen zu müssen. Für einen echten Fischkopp sollten die paar Tage bis hierhin zum Akklimatisieren gereicht haben...

Moin, liebe Freunde der rhythmischen Sportgymnastik mit Ball. Spiel Eins der neuen Ära unter Christian Brand führte uns auf Platz 11 in die Hansestadt Bremen. Für den leidgeprüften Koggenfan unter dem Greifensegel sozusagen ein Kurztrip, die Fahrtzeit aus der schöneren Hansestadt in die andere gestaltete sich mit knappen vier Stunden überschau- und aushaltbar.