Aktuelles

Klarmachen zum entern

EntscheidungsschlachtLand ist in Sicht, so schrob es Uwe gestern in seinem Bericht aus Cottbus. Nun muss die Kogge nur noch hinsegeln und das rettende Ufer entern. Nur noch. Als gäbe es nichts leichteres, als den drei Siegen einen weiteren folgen zu lassen. Vier Hansa-Siege in Folge - das Normalste der Welt.

Leider reden wir nun aber von DEM F.C. Hansa. Und erinnert sich noch irgendjemand daran, wann Hansa zum letzten Mal vier Siege hintereinander schaffte? Ich musste lange suchen: Es war Ende 2003, vor über acht Jahren, als zwischen dem 8. November und dem 6. Dezember nacheinander der 1. FC Kaiserslautern (4:0 zuhause), Schalke 04 (1:0 auswärts), Borussia Dortmund (2:1 zuhause) und 1860 München (4:1 auswärts) besiegt wurden. Juri Schlünz hatte zuvor das Traineramt vom zurückgetretenen Armin Veh übernommen und bis zum Kaiserlautern-Sieg in drei Spielen einen Punkt geholt und war im DFB-Pokal gegen Hertha im Elfmeterschiessen ausgeschieden. Die elf Tore zu den vier Siegen erzielten Max (5), di Salvo (2), Rydlewicz (2), Tjikuzu und Thomas Rasmussen. Hansa kletterte von Platz 18 auf Platz 11 und wurde am Ende 9. - in der 1. Bundesliga. Lange her.

Neunter wird Hansa am Ende der Saison nicht werden und auch auf Platz 11 würde nach dem vierten Sieg nicht herausspringen. Aber es gibt Parallelen. Hansa kommt von Platz 18. Der Trainer wurde gewechselt und es stellte sich nicht sofort eine Trendwende ein. Aus den letzten drei Spielen vor der Siegesserie wurde ein Punkt geholt.

Ich gebe zu, das ist alles ziemlicher Unsinn und Statistiken sind dazu da, widerlegt zu werden. Hansa kann durchaus vier Spiele in Folge gewinnen. Und wird dies morgen abend beweisen. 

Die Gäste vom Bornheimer Hang sind selbigen wieder heruntergerutscht, nachdem sie bereits gesichert schienen. Nun aber ist das Zufluchtsziel von mehr oder weniger gescheiterten Ex-Hanseaten auf dem besten Wege, nocheinmal in den Kampf um eine Qualifikation für die dritte Liga einzugreifen. Mit einer Niederlage in Rostock beträgt der Vorsprung auf den ruhmreichen FCH nur noch einen Punkt und wenn der KSC mitspielt, ist sogar der Relegationsplatz für die Frankfurter drin. Das ist doch ein lohnendes Ziel für die Klandts, Gledsons und Yelens.

Und der KSC würde mit einem Sieg auch gleich noch dem FC Ingolstadt die Chance eröffnen, ebenfalls noch einmal mitzumischen im Kampf um die begehrten Plätze in der höchsten DFB-Liga. Und es geht noch weiter: Gewinnt auch Aachen, dann hat auch Duisburg noch alle Möglichkeiten.

Es wird also gar nicht so leicht für den F.C. Hansa, im nächsten Jahr gegen Münster, Offenbach oder Erfurt zu spielen. Im Gegenteil, es besteht die Gafahr, noch einigen Vereinen den Vortritt lassen zu müssen. Wer hätte das vor drei Wochen gedacht? Da haben uns alle erzählt, dass eine Mannschaft, die nach soundsoviel Spieltagen nur so ganz wenig Punkte hatte, bisher immer abgestiegen ist. Und jetzt? Auf einmal gewinnen alle drei bereits feststehenden Absteiger und das Zittern beginnt. Statistiken? Braucht kein Mensch. Wichtig ist auffem Platz und da wird Hansa morgen abend zeigen, wie man ans rettende Ufer gelangt.

Klarmachen zum entern!