Heimspiel gegen KielDass die Kieler Störche ihre Bezirks- und Landesgrenzen aktuell verlassen dürfen, ist eine, höhö, Schweinerei. Zugegebenermaßen, die Assoziation von Störchen und der Geflügelpest ist recht plump und auch nicht ganz zutreffend. Aber unsere Gegner wollen ja auch seit Ewigkeiten allerorts "Kogge versenken" spielen, daher kann man als Hanseat auch mal auf den gähnenden Wortspiel-Zug aufspringen. 

Am Samstag, bei 3°C und niederschlagsfrei, gastieren also die Kieler vor erwarteten 9.000 bis 11.000 Zuschauern im Ostseestadion. Ein Gegner bei dem ich noch nie ein "Och geil, die" gedacht habe. Die Bilanz ist recht ausgeglichen, was auch bei den Buchmachern für recht vage Quoten für morgen sorgt. Vor knapp zwei Jahren war es (ich glaube) Baumanns grandiose Heimspielpremiere. Von dem 18-Mann-Kader seinerzeit tragen noch sage und schreibe zwei Berufssportler die Kogge auf der Brust. Wen wundert's? In der Vorsaison hatte bereits unser immer noch aktueller Trainer – Wahnsinn – das Zepter in der Hand und DE13 sorgte mit einem Zungenschnalzer für die volle Punkteausbeute. Ob das morgen auch gelingt?

Der Erdmann Dennis wird sich das Spiel zumindest mit einem Glühwein in der Hand vom beheizten Leder anschauen müssen. Ansonsten gibt es personell keine Neuigkeiten. Etwas eng schaut es in der Defensive aus, dennoch drückt der Schuh eher im Offensivbereich, was das Kreieren und noch eher Nutzen von Torgelegenheiten angeht. Hier muss einfach konzentrierter zu Werke gegangen und die Sinne geschärft werden. Ist vielleicht ein bisschen die Geilheit abhandengekommen? Einige Punkteteilungen in den letzten Wochen wären ein Hinweis darauf. Jungs wie Wannenwetsch können und sollten auch gerne das eine oder andere Mal einfach aus 20, 25 Metern aufs Gestänge zimmern und nageln. Dann stehen unserem Trainer hoffentlich nur vor dem Anpfiff sichtbar die Haare zu Berge.

Holzbein Kiel ist seit fünf Partien ohne Niederlage, stehen in der sauengen Liga einen Punkt und vier Plätze vor uns, von daher wird's kein Zuckerschlecken oder gar einfach. Anhand des Tabellenbildes kann man eh kaum eine Truppe klar einer Richtung zuordnen, ob Aufstiegs- oder Abstiegskampf. Umso mehr wert sind drei Punkte und vor allem zu Hause eine Macht zu sein. Den Kontakt nach oben nicht zu verlieren, sollte die klare Ausrichtung sein.

Die Holzbeine haben u.a. seit dem letzten Winter den Herrn Fetsch in ihren Reihen, der seit dem letzten Jahrtausendwechsel gefühlt zwei fußballerische Sahnetage erlebte, je einmal im dynamischen und im Offenbacher Trikot und jeweils bei Gastspielen im Rostocker Ostseestadion... Also Obacht.

Zwischen den Gästen und uns gab es in der Vergangenheit den einen oder anderen personellen Austausch. So mussten wir leider z.B. Marcel Schied ziehen lassen, haben aber im Gegenzug gute Jungs wie Schyrba und Christiansen an den schönen Teil der Ostsee locken können. Ein faules Ei konnten uns die Kieler auch mal ins Nest legen, was ich denen nie vergessen werde.

Wir wünschen den Gästen eine gute Reise und ein schnödes Wochenende.

HANSA

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